So, nur kurz vor dem ins Bett gehen:
"Mittelabgabe an ideellen Bereich" darf kein Aufwandskonto sein. Solche "Abgaben" sind gar nicht vorgesehen. Es sind ja auch gar keine "Zu- bzw. Abflüsse", sondern eine reine "Geldbewegung innerhalb des Vermögens" ohne irgendwelche Zu-oder Abflüsse.
Umgekehrt unterscheidet das "Eigenkapital" (das es zwar nur wirklich in Bilanzen gibt, bei EÜRs in Webling aber sehr hilfreich sein können) nicht nach Sphären. Gleichwohl können die Passiven SUPER genutzt werden, um Rücklagen ... als Teil des Eigenkapitals ... zu erfassen = zu dokumentieren.
Und: Rück-Stellungen und Rück-Lagen sind völlig unterschiedliche Dinge.
Diese Quelle (https://qonto.com/de/glossar/ruecklagen) sagt beispielsweise: "Rücklagen werden aus den Gewinnen eines Unternehmens einbehalten und gelten als Eigenkapital (wie bei euch). Rückstellungen stellen im Gegensatz dazu Fremdkapital dar. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die ein Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet (das ist es doch bei euch nicht, oder?)."
Beispiele:
- Rücklagen bilden Vereine, um nicht alles Geld gleich ausgeben zu müssen (Stichwort "zeitnahe Mittelverwendung"), sondern ein paar Jahre zu sparen und dann eine größere Investition zu tätigen. Diese Bildung und Auflösung von Rücklagen stellt keinen betrieblichen Zu-/Abfluss dar. Lediglich die Investition tut es (bei der die Rücklagen verbraucht werden, aber diese Ausgabe=Investition sieht man ja dann im Sachkonto "Investitionen" oder "AfA"). Die Rücklage selbst ist also eine reine Vermögens-Frage ohne EInfluss auf EÜR-Sachkonten.
- Rückstellungen hingegen bilden manche Unternehmen, weil sie aus heutigem Gewinn z.B. durch Garantieversprechen künfige Kosten erwarten. Das sind dann "Verbindlichkeiten" = erwartete betriebliche Ausgaben, die noch einmal ganz anders bewertet werden. Aber so etwas habt ihr doch gar nicht.
Ergo machen auch deine Ertrags-Konten "Auflösung von Rückstellungen" und "Mittelzuweisung von gWB" keinen Sinn. Weg damit.
Mit anderen Worten: Man hat (solange man keine Dividente/Rendite an Anteilseigner auszahlt) immer Rücklagen, ob man will oder nicht. Bei Gesamt-Überschüssen steigen die Rücklagen, bei Verlisten sinken sie. Rücklagen sind (wie Eigenkapital im allgemeinen) ein Ergebnis !!, daher kein Sachkonto.
Also nochmal:
In euren Einnahmen/Ausgaben-Konten darf es keine Rücklagen geben.
Rücklagen gibt es nur im Eigenkapital-Passiv. Und zwar so, dass die Gesamt-Rücklage bzw. das Gesamt-Eigenkapital zum Stichtag immer genau so hoch ist, dass die Bilanz ausgeglichen ist (NULL). Natürlich kannst du die Gesamt-Rücklage auch auf mehrere Eigenkapital-Konten aufteilen. Mache ich so, um überjährige Zweck-gebundenen Rücklagen zu dokumentieren. Letztlich geht es bilanziell aber nur um die Summe.
Also:
- Rücklagen sind als Eigenkapital Passive.
- Verschiebungen zwischen den Rücklagen finden nur im Eigenkapital statt, nicht in den Zu/Abfluss-Sachkonten
- Umlaufvermögen (Bankkonten, Kassen) und Anlagevermögen (Restwerte nach AfA) sind Aktive.
- Bilanz muss ausgeglichen sein. (Aktive - Passive = NULL ... bei Webling noch plus Gewinn/Verlust)
- Die Gesamt-Rücklage (Gesamt-Eigenkapital) ist also ein Ergebnis. Da kann man sich nichts wünschen. Das muss einfach der Wert sein, der die Bilanz aisgleicht. Damit das klappt, nutze ich neben eventuellen zweckgebundenen Rücklagen auch immer noch eine freie Rücklage, quasi als "Variable", um die Bilanz auszugleichen.
Punkt! Das ist schon alles.
Und Rück-Stellungen gibt es bei euch schon gar nicht.
Damit sollte sich das von dir geschilderte Problem in Wohlgefallen auflösen.
Noch ein Kommentar zum Verständnis: Vereine, insb. gemeinnützige, dürfen ihre ideellen Mittel ausschließlich für ideelle Zwecke verwenden. Normalerweise machen Vereine das so, dass sie (im Mittel über die Jahre) gar keine Gewinne im ideellen Bereich "erwirtschaften". Nicht erlaubt ist es beispielsweise, aus Mitgliedsbeiträgen den wirtschaftlichen Betrieb zu "sponsoren", weil die Einnahmen dort nicht ausreichen. Umgekehrt ist das völlig unproblemaisch. Bei uns generienen z.B. Veranstaltungen im wirtschaftlichen Bereich Überschüsse, die wir dann für Vereins-Sachen ausgeben. Das wird vom Finanzamt überhaupt nicht beanstandet. Und es braucht dafür auch keine zusätzlichen Einnahmen/Ertrags-Konten. Das findet alles in den Aktiven (Kontostand steigt) und Passiven (Rücklage steigt) statt. Und genau das ist es doch bei euch auch, oder?